Harald Lesch: wenn nicht jetzt, wann dann?

Ein Vortrag von Prof. Dr. Harald Lesch auf die Einladung der Evangelischen Stadtakademie in München, am 30.04.2019. Die ökologische Ausbeutung des Planeten und der dramatische Klimawandel, aber auch die Entsolidarisierung der Gesellschaft stellen uns vor große Herausforderungen. Überall spielt Geld die Rolle des Ziels. Wir durchleben eine elementare Krise unserer Gesellschaft. In dieser Situation fragt Harald Lesch nach den Möglichkeiten jedes Einzelnen, und er ist überzeugt: Wir können Lösungsansätze aufzeigen. Durch die Summe von Lösungen entsteht nach und nach ein immer deutlicheres Bild einer anderen Zukunft, das uns inspiriert, uns Tag für Tag für ein nachhaltiges Handeln zu entscheiden, ohne dass wir lange darüber nachdenken müssen.

Mit PROF. DR. HARALD LESCH
Astrophysiker an der LMU, Publizist

Samstagsdemo gegen Stuttgart21

Mehr Bilder im Archiv (Link)

Mitschnitt der Demonstration von Eberhard Linckh

Grußwort von Franz Alt (PDF)
Rede von Klaus Gietinger (PDF)

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Mobilfunkstandard 5G in Stuttgart? Unterschriftenaktion

Der Mobilfunkstandard „5G“ und eng damit verbunden „Das Internet der Dinge“ sowie auch der wohlklingende Begriff „Industrie 4.0“ ist  in aller Munde. Dabei ist durchaus umstritten wie sich dieser Funkstandard auf Mensch und Umwelt auswirken wird. Ganz falsch ist bei der Debatte die Angst „Aber ich will doch weiter mein Handy benutzen“ und „Funklöcher mag Niemand“, denn der Funkstandart 5G wird vor allem für die Vernetzung von Gegenständen   eingeführt und daher kaum Auswirkungen auf das Smartphone oder Handy haben. Es geht also um dies plastisch zu machen um den  viel zitierten „Sprechenden Toaster“, den „selbst bestellenden Kühlschrank“ oder die „Glühbirne mit Internetanschluss“ und ob man dafür Gesundheitliche Risiken eingehen sollte.

Siehe auch: Deutschlandfunk: Gesundheitsrisiko 5G – Der zweifelhafte Umgang mit der Strahlungsgefahr (Link)

Kaum verwunderlich daher, dass viele Menschen sinnvollere Alternativen fordern (Link), bevor 5G in „Augen zu und durch“ Manier einfach flächendeckend eingeführt wird. Allerdings mit der Erfahrung der letzten Jahrzente und dem zügellosen Treiben der Deutschen Bahn hier im Stuttgarter Talkessel  leider auch  wenig  überraschend, dass Stuttgart eine der ersten Großstädte sein will, die ihre Bevölkerung für den direkten ungeschützten Test zur Verfügung stellt.  Just am 09.05.2019 wurde im Stuttgarter Gemeinderat darüber abgestimmt ob die Landeshauptstadt der Telekom mit dem Kooperationsvertrag „Gigabit Region Stuttgart“ quasi Freihaus übergeben wird und diese hier ihren großen Feldversuch beim Thema 5G starten darf. Leider wurde ein Antrag der Fraktion der GRÜNEN auf Ablehnung von 5G nicht mit einer Mehrheit beschieden. Auch wenn es mit 26 zu 26 Stimmen mehr als knapp war reichten die Stimmen von GRÜNEN (ausser OB Kuhn da Enthaltung), SPD und SöS/Linke+ (ausser Adler und Halding-Hoppenheit da beide Abwesend) nicht aus um wenigstens diesen Kelch an Stuttgart vorüber ziehen zu lassen. (bisherige Anträge zum Thema: 06.05.2019   SÖS Antrag06.05.2019   SÖS Antrag / 08.05.2019   GRÜNE  Antrag)

Siehe auch:Tagesspiegel: Wie gesundheitsschädlich ist 5G wirklich? (Link)

Die Bürgerintitiative Mobilfunk Stuttgart-West, Attac Schorndorf, das Klima- und Umweltbündnis Stuttgart und der BUND starten daher nun eine Unterschriftenaktion welche an die Regionalversammlung und die Bürgermeister der Region Stuttgart gerichtet ist. Dort wird gefordert dass der Ausbau  der Mobilinfrastruktur mit der 5G-Technologie nicht ohne Prüfung der Gesundheitsverträglichkeit und nicht ohne Technikfolgenabschätzung erfolgen darf. Unterschriftenliste als PDF

Der BUND zur Aktion:
Das mobile Breitband 5G wird zurzeit viel diskutiert – allerdings geht es in diesen Diskussionen hauptsächlich um die Chancen für Wirtschaft und Industrie. Kaum thematisiert werden dagegen mögliche gesundheitliche Risiken, die mit dem Einsatz von 5G verbunden sein können.

Aus Sicht des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) muss die Bundesregierung die Gesundheit der Menschen endlich in den Blick nehmen und dafür sorgen, dass schnellstmöglich die gesundheitlichen Auswirkungen von 5G im Rahmen von Begleitstudien durch unabhängige Institute erforscht werden.

Bisher gibt es so gut wie keine unabhängige Risikoforschung zu 5G. Die wenigen Forschungen, die bisher zu 5G vorliegen, warnen vor gesundheitlichen Risiken. Weder sind die Wirkungen auf Risikogruppen wie Kinder ausreichend untersucht, noch lassen sich Aussagen von 5G-Befürwortern, dass es keine Risiken durch die flächendeckende Nutzung elektromagnetischer Strahlung gäbe, wissenschaftlich belegen.

Die Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz, Inge Paulini, sagte am 25.2.2019 in der 3sat-Sendung nano: „Die Personengruppen, die wir besonders im Fokus haben, die besonders schützenswert sind – sind Kinder, Säuglinge, Kranke, alte Menschen. Der Ausbau der 5G-Netze sollte auf jeden Fall so erfolgen, dass sensible Orte, Orte, wo diese Menschen sich aufhalten – Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser – dass die erst mal ausgenommen werden.“ (siehe 3sat-Video ab Minute 2:20 )

Aus Vorsorgegründen ist die Bundesregierung aufgefordert, dem Beispiel der Schweiz zu folgen und eine Absenkung der Grenzwerte aller Mobilfunksendeanlagen vor dem weiteren Ausbau um mindestens 90 Prozent veranlassen. Da die gültigen Grenzwerte nur die Wärmewirkungen der Strahlung berücksichtigen, nicht aber ihre nicht-thermischen Auswirkungen auf die menschlichen Zellen, haben sie keine Schutzwirkung. Deshalb fordert der BUND schon seit 2008 neue, medizinisch begründete Grenzwerte.

Weiterhin ist vor einem Netzausbau dringend notwendig zu prüfen, wie viele Sendemasten in der Region wirklich benötigt werden. Eine Verpflichtung der Netzbetreiber, sich Sendeanlagen zu teilen – das so genannte Roaming – reduziert die Dichte von Sendemasten. Dann müssen die Netzanbieter nicht jeweils eigene Sendemasten errichten, um ihren Kundinnen und Kunden eine gute Netzabdeckung bieten zu können. Die lokalen Politikvertreter fordern wir auf, den Ausbau des 5G-Netzes in der Region so lange zu blockieren, bis die gesundheitliche Unbedenklichkeit bewiesen ist.
(Zitatende)

Unterschriftenliste als PDF (Link)

Siehe auch: WLAN LTE und Co. – Der heimliche Krankmacher (Link)
Siehe auch: Xenius: ElektrosmogEine unterschätzte Gefahr? (Link)

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Fridays for Future – 3. Mai 2019

Am 3. Mai trafen sich die Teilnehmer der Friday for Future Demonstration auf dem Stuttgarter Marktplatz. Nach mehreren Reden, diskutierten sie auf dem Platz in mehreren Themengruppen um danach mit einem langen Demozug durch die Innenstadt  für  eine ernstzunehmende zeitnahe Klimapolitik zu  demonstrieren.
Hier sind einige Impressionen und ein kleines Video der Demo.
The participants of „Friday for Future“  met on the market square in Stuttgart. After several speeches, they discussed in several thematic groups  and then they walked through the whole city centre for a serious and timely climate policy.
Here are some impressions and a small video of the demo.

Mehr Bilder im Archiv (link) / click for more pictures

Zudem möchte ich bei dieser Gelegenheit ein Video von Harald Lesch ans Herz legen. Er zeigt in wenigen Minuten auf, dass einiges getan werden kann, wenn es gewollt wäre. Auch wenn viele Menschen die Themen oft vereinfachend für zu groß oder unlösbar erklären und damit schlicht vom Tisch wischen – die Klimawende muß jetzt ernsthaft angegangen werden. Hier muß Industrie und Wissenschaft zusammen schnell handeln! Auf die Politik zu warten ist, wie sich in vielen Jahren und auch an aktuellen Reaktionen zum Thema deutlich zeigt, schlicht zwecklos. Falls das Thema überhaupt mal wirklich ernstgenommen werden sollte – die ewigen Diskussionen und letztlich die Umsetzung ist dann sowieso viel zu langsam!I like to take this opportunity to recommend a video from a German scientist   Harald Lesch. He shows in a few minutes that a lot can be done if it were desired. Even if many people often simplify the topics by declaring them too big or not possible and then simply wipe them off the table – the climate change must be done now seriously! Industry and science must act quickly together! It is simply pointless to wait for politics, as has been clearly shown in many years and also by current reactions on the subject. If the topic should be taken at all times seriously the eternal discussions and in the long run the conversion is finally  too slow!

Klimaschutz jetzt  – Jetzt handeln!


Save the Climate now – Act now!

 ( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Nachruf von Walter Bubetz auf Magda Bubetz

Magda Bubetz
gestorben mit 95 Jahren, ( 05.03.1924 – 23.04. 2019), Stuttgart
Holzbildhauerin, Künstlerin, wisenschaftlicher Tierschutz, Gründungsmitglied der „Grünen“, Grand-Dame bei „Stuttgart 21″

eine Geschichte zur Wiedervereinigung
von ihrem Bruder Walter Bubetz (75)
aus der Händelstadt Halle (Saale), ehemalige DDR

1989 früh um 7 Uhr. „Die Polizei ist am Apparat!“‚ sagt Elke. „Sollst zum Präsidium am Markt kommen! „ Parkverbot übersehen ? Oder sonst was, was mir nicht einfällt ? Muß das Kind (7) noch in die Schule bringen. Nehme es mit . Kein Mensch weiter im Korridor vor der Polizeitür. Kind macht „Himmelhuppe“ auf den Schachbodenfliesen.
Sitze dann plötzlich vor Oberwachtmeisterin Fischer am Tisch „Sie hatten doch zum 65. Geburtstag ihrer Schwester in der BRD einen Besuchsantrag gestellt ? -„Ja „ antworte ich. „Seit ihrem 60. Aber der ist 3 mal abgelehnt worden.“ „ Wie lange möchten Sie denn fahren ?“ Eine Gesichtslähmung überfällt mich. „Ja, Sie haben Glück! Ihre Schwester in Stuttgart hat direkt an den Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker geschrieben und der hat das genehmigt l” — Peng! Ich war weder in irgendeiner Partei oder Staatsnähe. Noch in irgendeiner Beziehung zur Staatssicherheit- Ein einfacher freiberuflicher autarker Künstler, der u-a. Modelle für Carl ZEISS, Jena baute. Halluziniert stotterte ich : „ Na so vielleicht 3 Wochen? Oder was meinen Sie ?“
– „Dann schreibe ich also rein, ab nächste Woche für 3 Wochen I“ – Rumms!
Keiner im Westen kann sich vorstellen, was das bedeutete.
Unser gemeinsamer Vater hatte 4 noch lebende Kinder. Alle im ehemaligen deutschen Oberschlesien in Bielitz geboren. Allerdings mit 20 Jahren Abstand nach geschiedener Erstehe.
Dann tobte der 2. Weltkrieg. Nach Frontdurchmarsch wurde der Vater in einem Lager umgebracht. Magda mit Studienfreundlin schlägt sich abenteuerlich bis Stuttgart durch.
1946 mußte meine Mutter aus zweiter Ehe mit ihrem Säugling und mir als 2jährigem Kind an der Hand innerhalb einer viertel Stunde in einem Viehwagon raus aus der Heimat. Unterwegs wurden die Gestorbenen im Zug rausgerollt.
In Dresden teilte sich der Zug. Die vorn kamen in den Westen. Die anderen blieben in der später gegründeten DDR. Dazwischen erhob sich der „Eiserne Vorhang“. 40 Jahre lang. Keine persönlichen Kontakte.
Dann steht Bruder Walter 1989 am Kopfbahnhof in Stuttgart. Abends sitzen wir im Gartenlokal am Rhein in Bonn. Die Lichter blinken vom Gegenufer rüber. „Da sind doch alle, die mich beobachten ?“
Unvorstellbare Angst. Später: Parteitag der Grünen in der Weser—Ems Halle . Miterleben einer Gerichtsverhandlung in Sachen Tierschutz; irgendwo. Und überall so viele Eindrücke von dem Land,
das es auf unserer DDR-Karte nur als weißen Fleck gab. . .
Und bei Namensverwandten in München sehe ich den Fall der Mauer am 3. Oktober 1989 im Fernsehen! – Brachiale Wucht. Überwältigende Freude. Kein Tag konnte schöner sein.

Nun ist Magda Bubetz tot.
Der Fels in der Brandung ist still geworden. Niemand mehr, den ich noch fragen könnte zu dem was früher war. Eine tiefe Trauer. Die kleine tapfere Kämpferin für die Tiere. Für die Benachteiligten in der
Gesellschaft. Gegen die Arroganz der Mächtigen. Gegen Krieg und Rüstungswahnsinn. Gegen alles was sich an der Natur und gedeihlichem Füreinander vergeht.
Vor einer erloschenen Stimme aus einfachem guten Herzen und so vielseitiger Klugheit verbeugen wir uns.

Danke Dir wunderbaren Schwester
Walter Bubetz


Dieser Brief erreichte mich Sonntag Abend
Ich möchte hier aber dem letzten Absatz einen Link zur  Website wissenschaftlicher-tierschutz.de hinzufügen die Magda Bubetz selbst veröffentlicht hat. Die Stimme mag erloschen sein aber ihre offenen Briefe im Einsatz für  Tiere und anderes hallen so noch weiter nach. 

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Fotografischer Nachruf auf Magda Bubetz

An Ostern ist Magda Bubetz (* 05. 03.1924  Bielitz | † 23.04.2019 Stuttgart) von uns gegangen. Sie war immer da, drängte sich aber nie in den Fokus, wenngleich  sie auch immer vorne an der Bühne stand um ihre Botschaft zu zeigen. Jeder kannte Ihr Plakat – es war so einfach wie aussagekräftig und ließ keine Fragen offen:  KOPF BLEIBT OBEN

Sie trug es  immer, egal ob größte Sommerhitze oder im Regen, ebenso konsequent auch im tiefsten Winter und  im Schneetreiben. Ich war ganz sicher nicht auf allen Demos auf denen Magda Bubetz war, aber es waren trotzdem immer noch sehr viele! Um Ihr nun den Platz im Mittelpunkt zu geben habe ich hier nun alle Fotografien rausgesucht.

Mein Beileid den Angehörigen und Freunden.
Kopf bleibt Oben!

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Love is in the Bin and in Stuttgart

Seit nur vier Tagen ist das Bild „Girl with Balloon“ – welches seit dem 5. Oktober 2018 „Love is in the Bin (Hintergrund) genannt wird – in der Staatsgalerie in Stuttgart zu sehen. Schon vom ersten Tag an war der Besucherandrang natürlich sehr groß, doch freundlicherweise organisierte Andrea Welz / Kunst und Reisen an diesem Sonntag eine „emptymuseum“ Führung für gerade mal rund 20 Personen. Seit Anfang 2019 macht die Staatsglaerie Stuttgart es möglich, dass kleine Gruppen das Museum quasi für sich allein haben können. Diese Gelegenheit durfte ich mir nicht entgehen lassen und zeige euch nun hier ein paar Impressionen aus der Führung von Banksy und Rembrandt vorbei an Memling über Picasso zu Dix.

Mehr Bilder im Archiv (link)

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Bilder, Berichte und Dokumentationen von Alexander Schäfer